Schützen Sie Ihre Hände zuverlässig vor Verletzungen!

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Warum brauche ich Schutzhandschuhe?

Hände sind das wohl wichtigste Werkzeug eines jeden Handwerkers und für Arbeiten auf dem Bau. Gegenstände heben, transportieren, schrauben, nageln – all dies wäre ohne gesunde Hände nicht möglich. Umso wichtiger ist es, sie bei der täglichen Arbeit vor allgegenwärtigen Gefahren und Risiken zu schützen.

Wovor kann ein Handschutz schützen?

Der passende Handschutz schützt vor

  • mechanischen Einwirkungen (scharfe, spitze oder scharfkantige Werkstoffe)
  • thermischen Einwirkungen (Flammen, Hitze, Kälte)
  • chemischen und biologischen Einwirkungen (giftige, infektiöse, ätzende oder reizende Arbeitsstoffe)
  • Strahlungseinwirkungen
  • Einwirken von Schmutz
  • Einwirken elektrischer Energie

Folgende Kriterien sind deshalb beim Kauf zu beachten

Der Handschutz sollte

  • den Träger nicht zu sehr in seinem Tastsinn beeinträchtigen
  • das Greifvermögen nicht zu sehr einschränken
  • möglichst rutschfest sein
  • passgenau und ergonomisch sitzen
  • keine störenden Nähte aufweisen
  • keine Druckstellen auslösen

Beachten Sie die Kategorien!

In Abhängigkeit vom Gefahrengrad der zu verrichtenden Arbeit, werden Schutzhandschuhe in drei CE-Kategorien unterteilt. Je höher das Risiko und die damit einhergehende Gefahr, desto höher wird der Schutzbedarf eingestuft. Dies wird wie in der folgenden Tabelle gekennzeichnet:

Schutzkategorie Wirkung Beispiele zur Anwendung
Kategorie I Schutzwirkung vor geringen Risiken
  • Reinigungsarbeiten mit milden Reinigungs-mitteln
  • Reparaturarbeiten
  • Gartenarbeiten
Kategorie II Schutzwirkung vor mittleren Risiken
  • Im Umgang mit mechanischen Arbeiten
Kategorie III Schutzwirkung vor hohen Risiken
  • Im Umgang mit Chemikalien
  • Arbeiten mit extremen Temperaturen

Nach diesen Normen werden Handschuhe geprüft

Für Schutzhandschuhe besteht eine Grundnorm: EN 420. Hierbei wird garantiert, dass der Handschuh die erforderlichen Prüfverfahren bestanden hat. Zudem muss ein Schutzhandschuh nach dieser Norm vom Hersteller auch mit folgenden Informationen gekennzeichnet werden:

  • Hersteller
  • Artikelbezeichnung
  • Grössenbezeichnung
  • CE-Kennzeichnung
  • Piktogramm
  • Evtl. Verfallsdatum

Schutzhandschuhe, die vor mechanischen Gefahren (Schnitte etc.) schützen, werden gemäss EN 388 geprüft. Das sind konkret Schnittschutz-, Mechanik- & Montagehandschuhe. Die Prüfung besteht aus Tests zur Abrieb-, Schnitt-, Weiterreis- und der Durchstichfestigkeit und dient der Klassifizierung mit Ziffern von 1-4. Je höher ein Levelwert ist, desto besser ist die Schutzleistung des Handschuhs.

Handschuhe, die mit EN 388 ausgezeichnet sind und zudem die EN 374 Norm erfüllen, schützen vor Chemikalien (Chemikalienschutzhandschuhe). Gegen welche konkreten Chemikalien ein Handschuh schütz, wird wiederum in Buchstaben von A-L angegeben.

Schweisserhandschuhe werden zusätzlich nach der EN 407 geprüft, da sie sowohl vor mechanischen als auch vor thermischen Gefahren schützen müssen. Spezielle Schweisserhandschuhe, die diese beiden Anforderungen erfüllen, werden unter einer eigenen Norm aufgeführt: EN 12477. Unterschieden werden hier Schweisserhandschuhe

  • die geringen Fingerfertigkeiten dienen (A) und fürs MIG/MAG-Schweissen oder für Schweissarbeiten mit hohen Strömen geeignet sind und solche,
  • die für hohe Fingerfertigkeiten benutzt werden (B) und für WIG-Schweissarbeiten oder für Schweissarbeiten mit geringen Strömen geeignet sind.

Beispiele für verschiedene Handschutzarten und deren Anwendung

Arbeitshandschuh aus Rindspaltleder

Eignen sich besonders für Trockenarbeiten der Kategorie II mit mittleren Risiken wie z.B. Arbeiten mit Funkenflug. Durch das robuste, hochwertige Leder können diese das Material nicht durchdringen. Dank des Fingernagel-, Knöchel-, und Pulsschutzes bieten sie einen hohen Schutz gegen spitze Einwirkungen von aussen.

 

Schweisserhandschuhe

Schweisserhandschuhe sind durch die Verarbeitung von hochwertigem Leder besonders widerstandsfähig und robust vor allem gegenüber extremer Hitze, die beim Schweissen entsteht und finden ihre Verwendung vorrangig in Kategorie II Risikoumgebungen. Die Oberfläche aus Leder sorgt zudem dafür, dass Schweiss und Funken abgewiesen werden. Sie verfügen meist über eine Stulpe, die für eine Abdichtung am Arm sorgt.

 

Chemikalienschutzhandschuhe

Haben eine besonders starken Chemikalien- und Flüssigkeitenschutz, insbesondere gegenüber zahlreichen Laugen, Säuren, Fetten, Ölen und Lösungsmitteln. Durch das Rautenprofil in den Handinnenflächen garantieren sie einen sicheren Griff, auch an rutschigeren Oberflächen. Um zu vermeiden, dass schädliche Stoffe in Kontakt mit der Haut oder Ärmeln kommen, verfügen sie über einen langen Schaft. Einsatz: Arbeitsumgebungen mit hohen Risiken, Kategorie III.

 

Schnittschutzhandschuh

Arbeitshandschuhe, die widerstandsfähig sind gegen Schnitt und Abrieb und einen erhöhten Sicherheitsstandard vorweisen. Gegenüber einem gewöhnlichen Arbeitshandschuh unterliegt dieser rechtlichen Normen. Harte oder scharfkantige Materialien sowie Bauteile und Maschinen können unter anderem Quetschungen, Schürfwunden, Schnitte und Einstiche verursachen. Dieser Handschuh schützt Sie dagegen. Kategorie II.

 

Arbeitshandschuh aus Trikot

Bestechen durch ihre leichte Ausführung und dem angenehmen Tragekomfort. Eigenen sich für leichte, mechanische Belastungen im Bereich von Montage-, Versand und Elektroarbeiten mit geringen Risiken. Auch als Unterziehhandschuh im Hitze- und Kälteschutzbereich geeignet. Kategorie I.

 

Fazit

Es mag auf Grund der zahlreichen Punkte, die es beim Kauf eines Schutzhandschuhs zu beachten gibt, nicht ganz einfach erscheinen, sich das passende Paar zu kaufen. Wenn man sich jedoch bewusst macht, dass selbst kleinere Verletzungen an den Händen zu grossen oder gar irreparablen Schäden wie Lähmungen, Gefühlsstörungen oder Bewegungseinschränkungen führen können, lohnt es sich aber in jedem Fall, Zeit in das Studieren der Checkpunkte zu investieren. Es gilt deshalb: der Schutz der Hände gehört zu den wichtigsten Sicherheitsmassnahmen im Handwerk, die es gibt.


 

 

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