Ein wichtiger Bestandteil der PSA (persönlichen Schutzausrüstung) ist der Kopfschutz. Da sich bei vielen Arbeiten das Risiko nicht immer eindeutig abschätzen lässt, ist ein an das Umfeld angepasster Schutz für den Kopf in Form eines Schutzhelmes unabdingbar.

Im folgenden bericht gehen wir deshalb den Fragen nach, bei welcher Arbeit Sie einen Schutzhelm benötigen und wenn ja, welcher dies sein sollte.

Wovor kann ein Schutzhelm schützen?

Der passende Kopfschutz schützt vor

  • mechanische Einwirkungen (herabfallende, pendelnde, umfallende und wegfliegende Gegenstände oder Anstossen an Gegenständen)
  • thermische Einwirkungen (Hitze, Kälte, glühende Teilchen, Flüssigmetallspritzer, Flammen)
  • elektrische Einwirkungen (Berührungsspannung, Funkenbildung – auch durch elektrische Entladungen)
  • chemische Einwirkungen (Säuren, Laugen, Lösemittel)
  • Zusammenstoss bei Nichterkennbarkeit von Personen (bei Arbeiten ohne Warnkleider im Strassen- bzw. Verkehrsbereich)
  • Erfassen der Haare (z.B. durch bewegte Maschinenteile)

Es ist also ratsam, sich sorgfältig zu überlegen, für welche Arbeit in welchem Umfeld der Kopf geschützt werden muss.

Folgende Kriterien sind bei der Wahl ausserdem zu beachten:

  • Der Kopfschutz sollte eine hohe Durchdringungsfestigkeit haben
  • Der Kopfschutz sollte eine hohe Stossdämpfung haben
  • Der Kopfschutz sollte keine Druckstellen am Kopf verursachen
  • Der Kopfschutz sollte vor Nässe schützen, leicht sein und einen guten Tragekomfort besitzen

Grundsätzlich unterteilt man Schutzhelme in drei verschiedene Kategorien:

1) Industrieschutzhelme nach EN 397 Industrieschutzhelme nach EN 397

Sie sind die Standard Schutzhelme für Bau und produzierendes Gewerbe. Industrieschutzhelme nach EN 397 erfüllen die Mindestanforderungen an Stossfestigkeit, Brennverhalten und Durchdringungsfestigkeit. Sie sind deshalb für die meisten Arbeiten auf Baustellen geeignet und bieten den notwendigen Schutz vor Gefahren wie mechanischen Stössen, elektrischen Risiken, seitliche Verformungen oder flüssigen Metallspritzern.

Schutzhelme fuer ueberdurchschnittliches Verletzungsrisiko
Bsp: Forsthelm

2) Schutzhelme für überdurchschnittliches Verletzungsrisiko

Diese Hochleistungsschutzhelme kommen besonders dann zum Einsatz, wenn eine erhöhte Gefahr von Stössen besteht und eine hohe Durchdringungsfestigkeit gefragt ist. Weiterhin haben diese Schutzhelme zumeist zusätzliche Schutzeinrichtungen in Form von Klappvisieren und schützen zuverlässig vor seitlichen Aufprällen. Auch der ergonomische Komfort ist bei diesen Modellen gegeben, weshalb das Tragen weniger Druck auf den Kopf ausübt.

3) Kletter- oder BergsteigerhelmeKletter- oder Bergsteigerhelme

Für gefährliche Arbeiten in Höhe kommen Kletter- oder Bergsteigerhelme zum Einsatz. Durch den verstellbaren Kinnriemen haben diese Helme auch bei Stürzen aus grosser Höhe eine sehr hohe Haltekraft auf dem Kopf, welche jedoch auch die Gefahr birgt, im Ernstfall zu einer Strangulation zu führen.  Auch bieten sie oftmals keinen Schutz vor elektrischen Einflüssen, flüssigen Metallenspritzern sowie seitlichen Verformungen. Der grosse Vorteil dieser Schutzhelme besteht allerdings darin, dass sie sehr leicht und gut belüftet sind und einen guten Schutz vor Aufprällen von oben bieten.

Die Wahl des passenden Schutzhelms

Bei der Herstellung von Schutzhelmen kommen sowohl Duroplaste (Kunststoffe, die nach ihrer Aushärtung nicht mehr verformt werden können) als auch Thermoplaste (Kunststoffe, die sich in einem bestimmten Temperaturbereich (thermo-plastisch) verformen lassen) zum Einsatz.  Die Anwendungsbereiche und Eigenschaften sind die folgenden:

 

Gebrauchsdauer von Schutzhelmen

Wie jeder Gebrauchsgegenstand, haben auch Schutzhelme nur eine begrenzte Lebensdauer. Bei so wichtigen Teilen der PSA wie dem Kopfschutz ist jedoch besonders darauf zu achten, dass genau beobachtet wird, wann ein Einsatz nicht mehr genügend Schutz bietet und ein neuer Helm angeschafft werden muss. Vor allem, wenn bereits sichtbare Mängel wie Risse oder Dellen – sowohl an der Schale als auch der Innenausstattung-vorhanden sind, ist der Kopfschutz zu wechseln, selbst wenn die vom Hersteller angegebene Gebrauchsdauer noch nicht erreicht ist. Duroplastische Schutzhelme sind in der Regel länger zu gebrauchen (ca. 8 Jahre) als ein thermoplastischer Kopfschutz (ca. 4 Jahre), was vor allem an den Umständen ihres Gebrauchs liegt (z.B. Witterungseinflüsse oder UV-Bestrahlung).

Um regelmässig zu prüfen, ob ein Schutzhelm noch sicher ist, kann man den sogenannten „Knacktest“ durchführen: Drücken Sie die Helmschale seitlich leicht ein bzw. verbiegen Sie den Schirm. Hören Sie hierbei ein Knack- oder Knistergeräusch, müssen Sie den Helm austauschen.

Fazit

Mit unseren Tipps zum Thema „den richtigen Kopfschutz finden“ sind Sie nun bestens gerüstet, um einen wichtigen Teil Ihrer PSA passend zu finden. Auch wenn es von Zeit zu Zeit lästig erscheinen mag, einen Helm anzuziehen- seien Sie sich bewusst, dass durch das Tragen des richtigen Helms einer Vielzahl von Unfällen und Gefahren auf einfache Weise vorgebeugt werden kann. Es lohnt sich also, in den richtigen Kopfschutz zu investieren!

 

Hier finden Sie ausserdem ein Merkblatt zur Anwendung von Schutzhelmen: Merkblatt zur Anwendung von Schutzhelmen

 

 

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